Festivalfragen an

Melvins

Dave Crover von den Melvins erinnert sich an Matsch-Unfälle gemeinsam mit Nick Cave und Kurt Cobain, Ziegenkopfsuppe und das vielleicht beste Festival der Welt in unserer Kategorie “Festivalfragen an…”

Melvins
Foto: Melvins (Foto: Chris Casella)

Was darf im Tour-Reisekoffer auf keinen Fall fehlen?

Badesachen! Man weiß nie, wann eine Whirlpool-Party stattfindet.

Welchen Gegenstand vergisst du immer wieder daheim?

Meistens mein Reisekissen. Und da ich es andauernd vergesse, habe ich mittlerweile eine ziemlich große Sammlung von den Dingern.

Und welchen Gegenstand verlierst du andauernd auf Tour?

Ich bin ziemlich gut darin, meine Sachen im Auge zu behalten. Gelegentlich verliere ich aber mein Handy-Ladekabel. Einmal habe ich meine Brille verloren, sie ist einfach in den Abgründen meines Hotelzimmers verschwunden. Ich habe das ganze Zimmer auf den Kopf gestellt, aber sie nie wiedergefunden. Das war echt ätzend!

Was steht bei dir ganz oben auf der Catering-Wunschliste?

Eine Flasche Lachgas und drei Sturzhelme.

Das Schlimmste, was du jemals im Festivalcatering gegessen hast?

Wir haben einmal auf einem Black-Metal-Festival in Finnland gespielt, wo sie uns Ziegenkopfsuppe serviert haben. Ich dachte immer, das wäre nur der Titel eines Rolling-Stone-Albums und kein wirkliches Gericht!

Was ist der beste On-Tour-Snack?

Popcorn und Haselnuss-Ritter-Sport-Schokolade. Ich esse sogar eine, während ich gerade diese Fragen beantworte.

Dixie-Klo – oder lieber drei Tage einhalten?

Ich musste einmal mitten im August in New Orleans, Louisiana, ein Dixie-Klo benutzen. Es war heiß wie in einer Sauna und roch nach Tod.

Was ist euer Pre-Show-Ritual?

Ich trinke ein koffeinhaltiges Getränk und nehme ein Mentholbonbon. Die schwarzen von Halls sind die besten.

Alkohol vor dem Auftritt – yay oder no-go?

Nein! Ich kann nicht Schlagzeug spielen und fahren. Vor der Show will ich Aufputschmittel und keine Beruhigungsmittel.

(Wie) hältst du dich fit auf Tour?

Ich versuche es, normalerweise im Fitnessstudio des Hotels. Vielleicht auch mit Pilates oder sowas.

Was war eure mieseste Festival-Performance? Und wieso?

Das war 1991 beim Reading Festival. Am Tag zuvor hatte ich mit unserem Tontechniker Ball gespielt, und mir dabei einen Finger verstaucht, daher hatte ich große Schwierigkeit während unserem Set. Und das Wetter war furchtbar! Es war windig und meine Beckenständer fielen ständig um. Buzz brach der Gitarrengurt und er musste versuchen, seine Gitarre gleichzeitig zu halten und zu spielen. Wir hörten, wie die Veranstalter sagten, dass wir die schlechteste Band waren, die jemals auf dem Festival gespielt hat. Ich habe aber kürzlich Aufnahmen von der Performance gesehen und fand sie gar nicht so schlecht.

Wie sieht ein bestmöglicher Auftritt aus?

Guter Sound hilft, aber Festivals sind im Allgemeinen eher schlecht für Bands. Man bekommt keinen gescheiten Soundcheck und draußen zu spielen, klingt einfach beschissen. Wir haben immer gesagt, dass es bei Festivals um alles andere als Musik geht.

Wann und wo war dein erstes privat besuchtes Festival?

Das Reading Festival. Nirvana waren Headliner, deswegen waren wir dort. Wir mussten vor einer Abba-Coverband spielen, Donita von L7 warf ihren Tampon in die Menge. Mudhoney lieferten sich eine Schlammschlacht mit dem Publikum. Kurt Cobain und ich haben Nick Cave versehentlich in den Schlamm treten lassen.

Was ist dein liebstes Festival – aus Besucher*innen Sicht?

Das ATP-Festival, das wir zusammen mit Mike Patton kuratiert haben. Wir hatten The Damned, die Butthole Surfers, Junior Brown, Os Mutantes, Meat Puppets im Line-up, um nur einige zu nennen. Wir haben auch die Filme und Fernsehsendungen zusammengestellt, die in den Hotelzimmern gezeigt wurden. Es war das mit Abstand coolste Festival!

Der beste Festivalauftritt (von einer anderen Band), den du je gesehen hast?

Ganz klar die erste Reunion-Show der Stooges bei Coachella! Das war vielleicht die beste Show, die ich je gesehen habe. Sie waren sooo unglaublich! Die armen Red Hot Chili Peppers mussten direkt nach ihnen auf die Bühne.