Die Bands des Frühlings

Deichkind

Diese Musiker haben uns gelehrt, was zu tun ist, wenn die Eltern auf ein Tennisturnier fahren. Jetzt gibt es Nachhilfe in Gesellschaftskritik - aber nicht ohne den Partyfaktor.

Schon bei der Echo-Verleihung 2015 setzten Deichkind - damals noch mit dem inzwischen ausgestiegenen Ferris MC - ein politisches Statement: Gekleidet in weiße Outfits, auf denen in großen Buchstaben den Slogan "Refugees Welcome" geschrieben stand, erschienen sie dort auf dem roten Teppich. Und mit Slogans geht es weiter: "Wer sagt denn das?" ist voll davon, nicht selten gesellschaftskritisch, oft (selbst-)ironisch und fast durchgehend unterhaltsam albern. In der Tradition von "Leider geil" steht die kultige Sprücheklopfer-Sammlung "Richtig Gutes Zeug" mit unterschwelliger Konsumkritik, "1000 Jahre Bier" (mit Till-Lindemann-Feature) gibt es in der "Bude Voll People" auf "Party 2" und zu modernen Trap-Beats fahren Deichkind so richtig die "Gewinne Gewinne" ein. Die Welt geht zwar vor die Hunde (Zitat: "Endlich Autonom"), doch da bleibt erst recht keine Zeit für Verdrossenheit: Deichkinds irrer Elektroclash-meets-HipHop ist für die kommende Festivalsaison unverzichtbar.

Fotocredit: Benjakon

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Sultan Günther